#1

Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 06.10.2013 12:20
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Heutzutage hört man ja überall, dass Lebensräume in Gefahr sind und die Erde als solches ist es auch. Ständig sterben Tierarten aus oder erobern andere Arten ökologische Bereiche in die sie nicht gehören. Und Initiator ist natürlich der Mensch.

Was das angeht gibt es einen wahren Fundus von Berichterstattung und immer ist der Tenor klar. Alles was dafür sorgt, dass irgendetwas ökologisch anders ist als noch vor (geologischen) 5 Minuten ist furchtbar und muss vermieden werden.
Ich bin weit entfernt davon zu rechtfertigen oder gar zu entschulden wenn unachtsam und/oder zerstörerisch mit der Umwelt umgegangen wird, dennoch sind viele „großen“ Argumente in meinen Augen relativ flach.

Die Erdgeschichte ist sehr reichhaltig an Ereignissen die, wenn der Mensch sie ausgelöst hätte, unbändige Empörung hervorgerufen hätten.
Da muss man nicht einmal die Massensterben heranziehen.
Ein absolut erdgeschichtlich alltäglicher Umstand ist beispielsweise, das auftrennen oder verbinden von Lebensräumen.
Nehmen wir mal exemplarisch das Mittelmeer. Dieses war vor seiner heutigen Form als Ozean „Tethys“ ein offener Teil des Weltmeeres. Als das Mittelmeer von Afrika und Eurasien umschlossen wurde trocknete es erst einmal aus und wurde später wieder durch den Atlantik geflutet, wodurch sich Flora und Fauna aus dem atlantischen Ozean ansiedelte und am Rande seiner Verträglichkeitstoleranz im teilweise tropischen Mittelmeer lebte und heute noch lebt. Durch den vom Menschen geschaffenen Suezkanal wurde das Mittelmeer nun aber vor bald 150 Jahren wieder mit tropischem Gewässer verbunden wodurch viele tropische Meerestiere ihren Weg in das Mittelmeer zurückfanden und dort teilweise bedeutend erfolgreicher sind als die Fauna aus dem Atlantik. Erdgeschichtlich betrachtet ist das alltäglich, dennoch scheint die vom Menschen verursachte „Lesseps’sche Migration“ deshalb für manche Menschen noch lange nicht weniger schwer zu wiegen. Eine willkürliche Grenzziehung die ich nicht nachvollziehen kann.

Welche „Moral“ ist Grundlage solcher Beurteilung?
Geht es nur um möglichst große Vielfalt? Ist nicht gerade dieser Ansatz anmaßend, wie in einem Zoo Abkömmlinge möglichst vieler Arten unterhalten zu wollen?

Kann es nicht sogar als gerechtfertigt erscheinen die Erde nach unseren Möglichkeiten und Wünschen zu verändern?
Jedes andere Tier tut das schließlich auch.
Oder sind wir gerade weil dir die Fähigkeit haben die Welt um uns so maßgeblich zu beeinflussen und die Folgen zu durchschauen, wie keine andere bekannte Spezies, verpflichtet Rücksicht auf die schwächeren Glieder unserer Umwelt zu nehmen?


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#2

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 06.10.2013 13:28
von Rinam Sewie • 473 Beiträge

Ein sehr schwieriges Thema...
Selbst wenn der Mensch auf den heutigen Verlauf der Evolution großen Einfluss nehmen kann, finde ich, dass zum größten Teil der Natur selbst seinen Lauf nehmen lassen sollte.
Ich weis jetzt nicht, wie ich das beschreiben sollte, aber ich finde der Mensch sollte lediglich darauf ein Auge behalten, dass Flora und Faune in einer Art "Gleichgewicht" bleiben.


"Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt"
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#3

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 06.10.2013 13:34
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Für menschliche Verhältnisse ist die Evolution sehr langsam.
Sie wird dem Menschen nicht reichen, wenn er die Möglichkeiten hat sie zu beschleunigen.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#4

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 06.10.2013 13:53
von Rinam Sewie • 473 Beiträge

Darum ist es ja gerade ein schwieriges Thema.
Wenn der Mensch die Evolution zu seinem eigenen Nutzen beschleunigt, kann dies negative Auswirkungen auf den Rest der Welt haben, andersherum ebenso.


"Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt"
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#5

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 06.10.2013 14:01
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Nunja, nicht bedingt.
Evolution die plötzlich sehr schnell geschieht ist erdgeschichtlich nicht neu.
Pfeilschwanzkrebse sind seit hunderten Jahrmillionen unverändert geblieben, während andere Arten sich in 50 Jahren entwickelten.
Die Frage ist wohl eher wie umfassend sich der Mensch da einmischt. Wenn er durch Genforschung seine Knochenstruktur optimiert hebt das die Welt wohl nicht aus den Angeln. Aber wovor macht er dann noch halt? Ist es gerechtfertigt Spezies zu entwickeln, die nur unseren Bedürfnissen gerecht werden, wie biologische Androiden?
Mit der Züchtung von Tierarten haben wir ja irgendwo auch schon über Jahrtausende eine „light-Version“ dieser Anpassung betrieben……


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#6

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 07.10.2013 12:12
von Jondalar (gelöscht)
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Ich denke grundsätzlich, dass der Mensch gar nicht so großen Einfluss hat, wie er meint.

Sicherlich fördern wir verschiedene Ereignisse mit unseren Handlungen, aber wir können sie weder richtig beeinflussen, noch bremsen.

Beispiel Klimawandel.
Seit Beginn der Erdgeschichte waren die Pole zu mehr als 70 % der Zeit völlig frei von Eis. Wenn heute, nach dutzenden Eiszeiten und Zwischeneiszeiten nun wieder eine wärmere Phase kommt, ist das auch - Vrooktar schreibt das ja schon vorher - ein ganz alltäglicher Umstand, dem wir - was unser Zutun betrifft - nicht all zu große Bedeutung beimessen sollten.

Dito Artensterben. Sicherlich haben wir auch da einen Anteil, aber die gab es auch schon massenweise bevor es überhaupt Primaten gab. Das Leben setzt sich so oder so durch und Arten wandeln sich und bilden sich neu und sterben schliesslich wieder aus.

Was ich in dem Zusammenhang ein wenig kritisch sehe, sind die weiträumigen Abholzungen der tropischen Regenwälder und die Methanproduktion durch die Tierzucht. Diese Faktoren beeinflussen in der Tat weitläufig unser Klima und damit auch das Bestehen der Arten.

In jedem Fall kann der Mensch nicht wieder in die Steinzeit zurück fallen, nur um die Umwelt zu retten. Man sollte durchaus verantwortungsvoll mit der Erde umgehen, aber dazu müsste zuerst die Raffgier ausgerottet werden ;)

Herzliche Grüße

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#7

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 07.10.2013 17:11
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Die Dinosaurier waren zu Teilen auch gewaltige Methanschleudern. Vielleicht war auch ihr Aussterben für eine Abkühlung auf ein heutiges Niveau nötig?

Mich stört am Menschen ehrlich gesagt ein wenig, dass er einen Bereich oft umfangreich beeinflusst, lange bevor er ihn versteht, geschweige denn beherrscht.
Die Atomkraft aus der Kernspaltung ist da ja auch so ein Beispiel. Wie man mit den Folgen umgeht bedenkt man erst, wenn schon Tausende Tonnen Atommüll im Garten liegen.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#8

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 25.05.2015 09:50
von ASARUS (gelöscht)
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Ich möchte zum Thema Erde als Lebensraum hinzufügen, dass ich in der Natur oder der Artenvielfalt an Tieren für den Menschen keine Bedrohung sehe. Das aller aller wichtigste sehe ich im Umgang mit Abbauprodukten und Gifte, die man in Luft, Wasser und Erde überführt. Man muss sich jetzt schon damit beschäftigen, Methoden zu finden, den Schaden rückgängig zu machen.
Genttechnik ohne Achtung auf biologische Vielfalt, haben auch negative Auswirkungen auf alles Leben. Zudem gehört es zu einer modernen Rasse nunmal dazu, auch in seinen geschlossenen Wohnräumen den Kontakt zur Erde zu gewahren, in dem die Technik der Natur und das was das Leben nährt, auch zu Hause oder in Firmengebäude nachgeahmt wird.

Wenn der Nahrugsmittelanbau auch noch vollkommen ist und der Transport tüchtig wie heute bleibt dann, werden nicht nur die Lebewesen davon Nutzen ziehen, sondern auch der Natur etwas wertvolles zurückgegeben, ohne bemerkbare Spuren zu hinterlassen :)

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#9

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 25.05.2015 10:46
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Das mit der biologischen Vielfalt ist nur begrenzt ein Problem der Gentechnik.
Immer dann, wenn man etwas nützlicheres vorzieht, sei das nun eine Blume die besonders hübsch aussieht, eine Kartoffel die mit der geringsten Nutzfläche am sattesten macht oder die Baumwollsorte mit der maximalen Stoffausbeute drohen Monokulturen zu entstehen die das eigentliche Problem sind.
Gleichwohl sind es aber auch genau diese Monokulturen die uns einen großen Teil unseres Fortschritts verschaffen, denn Mais auf einem riesigen Feld ernten wo außer Mais nichts wächst ist natürlich um ein tausendfaches effektiver als sich im Unterholz von Staude zu Staude zu hangeln.
Wirklich abschaffen könnte man die Problematik wohl kaum.


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#10

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 26.05.2015 18:33
von ASARUS (gelöscht)
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Ah Monokultur war das Wort was ich gesucht habe auf der Gegenseite zur biologischen Vielfalt. Verstehe, was du meins mit biologischer Vielfalt und Monokultur ... ich wollte damit die genetische Vielfalt innerhalb einer Art bezeichnen z.b Äpfelsorten, nicht die Vielfalt allen Lebens auf der Erde bzw. auf einem Ackerfeld.

Ich frage mich ob eine Monokultur eines Ackerfeldes dennoch genetisch sehr Vielfältig sein kann ?

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#11

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 26.05.2015 19:31
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Nunja, sie KANN schon. Ist aber kaum der Fall und wird es im Laufe der Zeit noch weniger werden. Der Trend verstärkt sich in die Richtung, dass bestimmte patentierte Lebensformen zur Anwendung kommen, die darauf zugeschnitten sind optimale Ergebnisse zu bringen. Wer darauf verzichtet riskiert je nach Fall beträchtliche Teile seines Gewinns oder auch die Versorgungslage der Bevölkerung.
Die Landwirtschaft funktioniert im Kern noch relativ primitiv, nur dass die Maschinen eben verdammt groß geworden sind.
Jede Sorte reagiert anders und muss unterschiedlich behandelt werden.
Mit der Landarbeitsmaschine auf eine bestimmte Weise über das Feld zu roffeln, wenn dort unterschiedliche Pflanzenarten oder auch nur andere Züchtungen derselben Gattungen gepflanzt sind würde leicht dazu führen, dass die Behandlung für die eine optimal und für die andere bestenfalls "erträglich" ist.
So betreibt man im 21. Jahrhundert sicher keine Landwirtschaft der Zukunft.
Individueller kann es erst werden, wenn wir derart im Überfluss leben, dass die Nachteile nicht ins Gewicht fallen oder wir irgendwelche Wundergeräte erfunden haben, die es schaffen jeden Quadratmeter Erde individuell zu behandeln ohne, dass es zu größeren Mehrkosten führt.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

zuletzt bearbeitet 26.05.2015 19:32 | nach oben springen

#12

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 06.06.2015 23:37
von Ladho (gelöscht)
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Wobei Vielfalt ja nicht unbedingt auf einem Acker liegen muss. Seit Anfang der Jahrtausendwende sind die Bauern wieder dazu über gegangen, um die Äcker vielfältig andere Pflanzen zu setzen, die damit eine Grosszahl von Schädlingen fern zu halten.

Was die Hauptfrage betrifft, so spielt mit Sicherheit bei den westlichen Kulturen auch der christliche bzw. monotheistische Glaube eine Rolle. Immerhin wird seit Jahrtausenden getrennt zwischen einem allmächtigen Gott und einem einfachen Menschen, worauf ja leider sogar noch heute Wissenschaftler ihre Thesen begründen und Zeitungen sind gespickt mit Aussagen wie: der Mensch versucht Gott zu spielen.

Klimawandel ist allerdings ein nettes Thema. Wissenschaftler des Marx-Planck-Institutes in Weinheim haben jetzt in einer Studie Daten veröffentlicht, die beweisen, dass die Erde sich in den letzten 10 Jahren um nur 0,1 Grad erwärmt hat. Für die nächsten 100 Jahre werde auch nur ein Anstieg von 2 grad erwartet. Den Artikel stelle ich bei Zeiten noch mal online und verlinken ihn.

Wir probieren immer neues aus. Es braucht Zeit, die Dinge komplett zu ergründen, und die hat der Mensch bei seiner eigentlich ja kurzen Lebensdauer nicht bzw. Er nimmt sie sich nicht. Dafür sind die Instanzen zu erfolgsgierig.
Übrigens interessant: Tschernobyl war ja das Atomunglück schlechthin, und Jahre später stürzte man sich auf die Verantwortlichen, die Menschen ohne ausreichende Schutzkleidung in das Atomkraftwerk schickten. Jetzt, rund 70 Jahre später geschah dasselbe in fukushima: man hat dort tatsächlich Menschen hin gesandt, um die obersten Schichten der Erde abzutragen, den äußersten Verputz der Häuser, die dort noch einigermaßen standen, und was immer noch abgetragen werden konnte, um vor Reststrahlung zu schützen. Aber die Menschen, die das Taten hatten auch keine spezielle Kleidung. Man fragt sich, ob die Menschen die Atomenergie und die Strahlung nun wirklich besser verstehen, als noch vor 70 Jahren.

Zurück zum Thema:
Es gibt für mich auch keinen Grund, die Menschheit so zu verteufeln. Wobei mich die Abholzung des Regenwaldes und damit das nehmen von tierischem Lebensraum ebenfalls ärgert. Dass wir uns mit der Rodung selbst keinen Gefallen tun, ist klar. Auch kenne ich kein anderes Lebewesen neben dem Menschen, dass aus einem anderen Zweck heraus tötet, als aus dem, das eigene Überleben zu sichern. Tiere, die ihre Partner nach der Paarung auffressen mal ausgenommen. Menschen töten für schönes Fell oder Stoßzähne, einfach aus Spaß oder aus Ästhetikgründen.
Was mich aber wundert:
1. wenn wir nun schon soweit sind, durch Genetik das perfekte Kind zu erschaffen, halten wir dann nicht unsere eigene Evolution auf? Immerhin entsteht Evolution doch durch Mutation. Oder verändern wir unsere Evolution einfach wirklich dahingehend, dass wir den irgendwann "perfekt" erschaffenen Menschen mit Biotechnik weiter verändern, uns also wirklich in Androiden umbauen? Würde dass nicht doch Einfluss auf unsere Umwelt haben? Immerhin müssten ja pro neuer Technikerfindung auch immer mehr Rohstoffe dran glauben.

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#13

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 07.06.2015 01:19
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Zitat
Wissenschaftler des Marx-Planck-Institutes in Weinheim haben jetzt in einer Studie Daten veröffentlicht, die beweisen, dass die Erde sich in den letzten 10 Jahren um nur 0,1 Grad erwärmt hat. Für die nächsten 100 Jahre werde auch nur ein Anstieg von 2 grad erwartet.



Etwas anderes hat eigentlich nie jemand behauptet. Nur die Folgen können eben schon einschneidend sein.
Wir sprechen hier ja von den globalen langfristigen Temperaturen.
Da gibt es viele Rückkopplungseffekte die die Angelegenheit sehr schnell ziemlich hässlich machen können ohne, dass wir die zu erwartenden Schäden genau beziffern können.
Die einfachste ist die mit dem Wasser.
Wenn die Temperatur steigt, steigt auch die Verdunstung, das heißt es gibt mehr Wasserdampf in der Atmosphäre (Nur am Rande bemerkt, wenn man Wasser mitzählen würde wäre es meist der drittgrößte Luftbestandteil). Wasserdampf ist nun aber eines der bedeutendsten Treibhausgase überhaupt. Mehr Wasserdampf führt wieder zu größeren Temperaturen was zu mehr Wasserdampf führt. Wo genau das Gleichgewicht kippt weiß kein Mensch und es auf die harte Tour zu erfahren wird wohl nur sehr wenige leuchtende Augen in den Stuben zurücklassen, im Gegenteil humanitäre Probleme hervorbringen, die wir so höchstens im Ansatz aus den Weltkriegen kennen.

Davon ab heißt globale Erhöhung von 2°C ja nicht, dass es an jedem Ort der Welt genau 2° wärmer wird.
Wenn die Antarktis durch Rückkopplungseffekte um 3° kälter wird, Afrika bleibt wie es ist und die nördliche Hemisphäre wird um 6° wärmer kann der globale Durchschnitt ebenfalls bei "nur" 2°C liegen, das Ergebnis wäre aber, dass diversen Agrarstaaten der Kollaps droht. Bliebe dann abzuwarten wo die Amerikaner dann ihr Getreide herbekommen.

Wir wissen auch nicht wirklich wie der Golfstrom bis ins letzte Detail funktioniert.
Kann gut sein, dass der bei anderen Temperaturverhältnissen in den Ozeanen komplett kollabiert, dann wirds bei uns ein ganzes Stück kälter werden, trotz globaler Erwärmung.
Gut, da spielen noch ein paar mehr Faktoren mit als nur der Golfstrom, aber Berlin liegt geografisch nördlicher als das russische Irkutsk ist aber im Schnitt 9° wärmer.
Ich mein, mir persönlich reichen durchschnittliche 17°C im Sommer ehrlich gesagt total aus, aber ich schätze unsere Landwirte wären da wenig begeistert.
Also die Idee mit dem Wintergetreide kann man da vermutlich schonmal komplett beerdigen.

Wie gesagt wir wissen, dass es all diese Rückkopplungen gibt, aber wann genau die in welcher Schwere eintreten, da verbleibt nur ein Schulterzucken.
Ich für meinen Teil spiele aber ungern wie ein Kind mit einer geladenen Waffe....


Zitat
Übrigens interessant: Tschernobyl war ja das Atomunglück schlechthin, und Jahre später stürzte man sich auf die Verantwortlichen, die Menschen ohne ausreichende Schutzkleidung in das Atomkraftwerk schickten. Jetzt, rund 70 Jahre später geschah dasselbe in fukushima: man hat dort tatsächlich Menschen hin gesandt, um die obersten Schichten der Erde abzutragen, den äußersten Verputz der Häuser, die dort noch einigermaßen standen, und was immer noch abgetragen werden konnte, um vor Reststrahlung zu schützen. Aber die Menschen, die das Taten hatten auch keine spezielle Kleidung. Man fragt sich, ob die Menschen die Atomenergie und die Strahlung nun wirklich besser verstehen, als noch vor 70 Jahren.



Naja, ganz so lange ist es noch nicht her ^^


Zitat
1. wenn wir nun schon soweit sind, durch Genetik das perfekte Kind zu erschaffen, halten wir dann nicht unsere eigene Evolution auf? Immerhin entsteht Evolution doch durch Mutation.



Immer dann, wenn eine Spezies erfolgreich ist passiert evolutionstechnisch meist sowieso nicht viel.


Zitat
Oder verändern wir unsere Evolution einfach wirklich dahingehend, dass wir den irgendwann "perfekt" erschaffenen Menschen mit Biotechnik weiter verändern, uns also wirklich in Androiden umbauen?



Wir werden selbst etwas erschaffen, das man mit Evolution vergleichen kann. Androiden müssen da aber nicht rauskommen. "Perfekte" Menschen wird es aber niemals geben. Es gibt nichts im Universum, das alle Anforderungen erfüllen kann, die ein Mensch daran stellen könnte. Folglich wird auch keine Veränderung des Menschen selbst ihn jemals in jeder Hinsicht zufriedenstellen.
Aber gemessen an unserer jetzigen Form kann es gut sein, dass die Nachteile vernachlässigbar erscheinen.

Zitat
Würde dass nicht doch Einfluss auf unsere Umwelt haben? Immerhin müssten ja pro neuer Technikerfindung auch immer mehr Rohstoffe dran glauben.



Nicht prinzipiell.
Technisch gehen dabei ja keine Rohstoffe verloren, sofern sie die Erde nicht verlassen.
Außerdem werden wir in absehbarer Zeit ohnehin keine Rohstoffprobleme mehr haben.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#14

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 07.06.2015 11:57
von Ladho (gelöscht)
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Zitat von Vrooktar im Beitrag #13

Etwas anderes hat eigentlich nie jemand behauptet. Nur die Folgen können eben schon einschneidend sein.
Wir sprechen hier ja von den globalen langfristigen Temperaturen. (...)
Davon ab heißt globale Erhöhung von 2°C ja nicht, dass es an jedem Ort der Welt genau 2° wärmer wird.


Die Meinung über globale Erderwärmung ist aber genau durch solche Studien gespalten. Wieviele denken sich: das sind ja nur 2 Grad in 100 Jahren. Wer schaut bei solchen Aussagen denn schon darauf, dass die Zahl nur ein Durchschnittswert ist? Die meisten denken doch: das sind ja nur 2 grad in 100 Jahren."

Zitat von Vrooktar im Beitrag #13
Naja, ganz so lange ist es noch nicht her ^^
ah...ich hätte nochmal nachschauen sollen, sind nur 30 Jahre...

Zitat von Vrooktar im Beitrag #13
"Perfekte" Menschen wird es aber niemals geben. Es gibt nichts im Universum, das alle Anforderungen erfüllen kann, die ein Mensch daran stellen könnte.


Und trotzdem wird heute schon reichen Familien ermöglicht, das werdende Kind erbtechnisch so zu verändern, dass es die grünen Augen bekommt, die sich ihre Mutter gewünscht hat oder blondes Haar statt schwarzes. Wir sind schon so weit, an der DNA herzuwerkeln, obwohl wir sie nur zu einem Bruchteil wirklich verstehen.

Zitat
Technisch gehen dabei ja keine Rohstoffe verloren, sofern sie die Erde nicht verlassen.



Aber sind wir denn soweit, Rohstoffe, die wir chemisch "verunreinigt" haben, noch genauso nutzen zu können? Oder sie zumindest wieder von einer chemischen Verbindung zu lösen, um sie für etwas anderes zu nutzen?
Auf dem Gebiet kenne ich mich nicht aus. Aber wäre ein Beispiel nicht Coltan, ein seltener Rohstoff, der zB. in Handys verwendet wird und dafür zu Tantal, einem Metall, verändert wird?

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#15

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 07.06.2015 12:33
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Zitat
Die Meinung über globale Erderwärmung ist aber genau durch solche Studien gespalten. Wieviele denken sich: das sind ja nur 2 Grad in 100 Jahren. Wer schaut bei solchen Aussagen denn schon darauf, dass die Zahl nur ein Durchschnittswert ist? Die meisten denken doch: das sind ja nur 2 grad in 100 Jahren."



Ich weiß nicht ob die Meinung derer die sich so wenig damit beschäftigen maßgeblich ist.
Die Agenda wird letztlich von anderen bestimmt.


Zitat
Und trotzdem wird heute schon reichen Familien ermöglicht, das werdende Kind erbtechnisch so zu verändern, dass es die grünen Augen bekommt, die sich ihre Mutter gewünscht hat oder blondes Haar statt schwarzes. Wir sind schon so weit, an der DNA herzuwerkeln, obwohl wir sie nur zu einem Bruchteil wirklich verstehen.



Was du ansprichst ist noch Zukunftsmusik.
Das ist heute fast nirgends erlaubt und so auch technisch noch nicht möglich.
Selektive Gentechnik beherrschen wir bis jetzt nur sehr schlecht, zuverlässig genug es beim Menschen zielgerichtet einzusetzen ist es noch lange nicht.
Das einzige was wir bis jetzt machen können ist mehrere Eizellen heranzüchten und dann die aussortieren, die negativ auffällig sind.
Bis jetzt wäre man aber froh, wenn man damit überhaupt ein paar Erbkrankheiten aussortieren könnte.


Zitat
Aber sind wir denn soweit, Rohstoffe, die wir chemisch "verunreinigt" haben, noch genauso nutzen zu können? Oder sie zumindest wieder von einer chemischen Verbindung zu lösen, um sie für etwas anderes zu nutzen?
Auf dem Gebiet kenne ich mich nicht aus. Aber wäre ein Beispiel nicht Coltan, ein seltener Rohstoff, der zB. in Handys verwendet wird und dafür zu Tantal, einem Metall, verändert wird?



Das hängt prinzipiell vom Fall ab.
Bei dem von dir genannten Beispiel ist aber eher das Gegenteil der Fall, sodass es mit zunehmender Wiederverwertung eher einfacher wird als schwerer.
Coltan ist ein Erz, also im Prinzip verunreinigtes Tantal, dass wir erst in seinen reinen Zustand überführen.
Einmal im reinen Zustand ist es vom technischen Standpunkt einfacher es wiederzuverwerten, weil die Schritte die man braucht um aus Coltan erst einmal Tantal zu machen wegfallen.
Ich würde fast sagen, dass das im Prinzip bei jedem technischen Rohstoff der Fall ist, manchmal stärker manchmal schwächer.
Auch ist Tantal nicht so selten wie der Name "seltene Erde" impliziert.
Tantal reiht sich von der Häufigkeit in der Größenordnung von Blei, Molybdän und Wolfram ein und ist immer noch 100 mal so häufig wie Silber.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#16

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 07.06.2015 14:56
von Ladho (gelöscht)
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Zitat
Ich weiß nicht ob die Meinung derer die sich so wenig damit beschäftigen maßgeblich ist.
Die Agenda wird letztlich von anderen bestimmt.



Vielleicht, aber auch die Massen bewegen die politischen Programme dazu und verursachen mit ihrem Verhalten durchaus die größten Massen von Faktoren der Erwärmung.

Zitat
Und trotzdem wird heute schon reichen Familien ermöglicht, das werdende Kind erbtechnisch so zu verändern, dass es die grünen Augen bekommt, die sich ihre Mutter gewünscht hat oder blondes Haar statt schwarzes. Wir sind schon so weit, an der DNA herzuwerkeln, obwohl wir sie nur zu einem Bruchteil wirklich verstehen.



Entschuldigung, ja, das war eine Zukunftsvision und kein heute.

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#17

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 04:54
von Moonraan • 127 Beiträge

Selektive Gen-Veränderung birgt ein mitunter unkalkulierbares Risiko. Ich bin kein Fachmann. Gehe nur logisch daran. Das Erbgut besitzt eine Stabilität aufgrund des langen Zeitraums der Entstehung/Entwicklung. Abweichungen innerhalb einer Art sind Mutationen die erhalten blieben weil sie keinen Nachteil hatten. Wie Augenfarbe oder Haarfarbe. Dann ist da noch die Junk-DNA. Überbleibsel der Evolution, inaktiv und funktionslos. Was wohl passiert wenn das Ganze instabil wird. Treffen sich 2 Personen mit veränderter DNA und zeugen ein Kind. Haben beide die gleiche Art Veränderung in bestimmten Genen was dann? Folgen wie bei Inzest? Oder ungeahnte Aktivierung inaktiver Gene. Hinzukommt das niemand weiß mit welchen Materialien man in Zukunft in Kontakt kommt. Oder die natürlichen Abwehrkräfte gegenüber anderen Teilen des Ökosystems wie Viren und Bakterien.
Genetische Vielfalt ist wichtig. Es werden immerhin paar Menschen geboren mit natürlicher Immunität gegen HIV und anderer Krankheiten. Betrifft im Prinzip jede Lebensform. Daran sollten wir nix ändern. Natürliche Kreisläufe ebenso. Nennt sich umsonst "System". Alle Teile greifen harmonisch ineinander und gewährleisten Stabilität. Oder wie Murphys Gesetz besagt " Never touch a running System". Ich weiß zuwenig aber auch genug das wir nun mal angewiesen sind auf einen stabilen Lebensraum wie unsere Erde.


//>.>\
Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, verwandeln sich in Kakteen.

Sir Peter Ustinov

Wer Schreibfehler findet darf sie behalten.
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#18

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 17:24
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Stabile Lebensräume kann man auch selbst erschaffen.
Und so ein Wunderwerk ist die natürliche Stabilität auch nicht.
Geparden etwa sind ein Paradebeispiel für Inzest, die die Natur ganz allein hinbekommen hat.
Davon ab werden Genveränderungen über viele Jahre nur selektiv eingesetzt werden, bei wenigen Eigenschaften.
Inzestprobleme werden da nicht auftreten, immerhin führt es ja nicht gleich zu Schwierigkeiten, nur weil beide Elternteile irgendwo mal ein gleiches Gen haben.
Alle Eltern dieser Welt haben zu 99,9% identisches Erbgut, da hätten wir schon früher Probleme bekommen.

Die Frage die sich bei der Genetik stellt ist vor allem die der technischen Umsetzung.
Krankheiten heilen ist relativ einfach, aber ob man selektive Verbesserung, die es bisher nicht im menschlichen Erbgut gibt, mit zukünftigen Mitteln erproben kann ist ein schwieriges Thema.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#19

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 17:57
von Moonraan • 127 Beiträge

So ein selbst geschaffenes Ökosystem wäre für Langzeitmissionen im All essentiell. Ich sag nur Generationen-Raumschiff. Kann nicht auf Anhieb sagen das die bisherigen Projekte erfolgreich waren //>.<\
Aber man kann nicht alles wissen.


//>.>\
Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, verwandeln sich in Kakteen.

Sir Peter Ustinov

Wer Schreibfehler findet darf sie behalten.
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#20

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 18:02
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Es gibt keine wirklichen bisherigen Projekte zu dem Thema.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#21

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 18:12
von Moonraan • 127 Beiträge

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Biosphäre_2

An sich schon. Nur nicht konsequent bzw fortgesetzt.


//>.>\
Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, verwandeln sich in Kakteen.

Sir Peter Ustinov

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#22

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 18:18
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Kann ich nicht wirklich als entsprechendes Experiment bezeichnen.
Man hat einfach ein Haus luftdicht abgeschlossen, dort mehrere "Klimazonen" aufgebaut und dann Flora und Fauna wahllos hineingeworfen und das wars.
Bei dem Projekt hat man sich ziemliche Mühe gegeben jede technisch mögliche Problemvermeidung komplett zu ignorieren.
Mehr eine zoologische Kuriosität als irgendetwas anderes.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#23

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 18:28
von Moonraan • 127 Beiträge

Bedauerlicherweise. Ist auch schon etwas her. Eine funktionierende Biosphäre braucht's generell. Ob im All, Mond oder Mars.


//>.>\
Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, verwandeln sich in Kakteen.

Sir Peter Ustinov

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#24

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 18:32
von Vrooktar • 1.505 Beiträge

Du meinst, wenn man dauerhaft da bleiben will?


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#25

RE: Die Erde als Lebensraum

in Gott und die Welt 08.04.2016 18:41
von Moonraan • 127 Beiträge

Natürlich. Wer will schon von Lieferungen abhängig sein? Bei der ewigen Frage der Finanzierung. UPS und Co liefern ja dahin nicht.


//>.>\
Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, verwandeln sich in Kakteen.

Sir Peter Ustinov

Wer Schreibfehler findet darf sie behalten.
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