#1

Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 22.12.2019 10:46
von Aganto • 1.890 Beiträge

An dieser Stelle können wir uns ungehemmt über Episode 9 unterhalten.
Wer mag kann auch gern eine spoilerfreie Diskussion starten, aber ich habe den Eindruck, dass die meisten Diskussionen dazu sich ohne Spoiler schwer tun ^^


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#2

RE: Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 22.12.2019 12:18
von Yneha • 142 Beiträge

Rey Skywalker = daraus resultiert, dass sie den Namen Skywalker annimmt^^obwohl ich den Film noch nicht kenne, das hab ich durch Wookiepedia erfahren.

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#3

RE: Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 22.12.2019 23:48
von Aganto • 1.890 Beiträge

Also ich finde den Film ziemlich mau. Aber zum Teil bekommt er halt auch die Kritik für die anderen 2 Teile der Disney-Trilogie ab.
Das ist einerseits natürlich insofern fair gegenüber Disney, weil man die Trilogie als ganzes betrachten muss, aber nicht notwendigerweise fair gegenüber dem Regisseur Abrams, der Episode 8 nicht gemacht hat und mehr oder weniger damit arbeiten musste womit sein Kollege ihn hat stehen lassen.

Die allermeisten Probleme mit Episode 9 sind eigentlich Probleme der ganzen Trilogie, die Abrams unmöglich in nur einem Film hätte reparieren können.
Abrams hat mit Episode 7 eigentlich nen passablen Einstieg hingelegt. Klar Episode 7 hatte Macken, aber er hat Erzählstränge eröffnet an denen man hätte ansetzen können. Es ging darum dem Zuschauer neue Charaktere vorzustellen und ihn mithilfe der Nostalgiekarte mit Chewie, Han, dem Falken, Leia und co abzuholen. Rey war zwar ne Mary Sue, Kylo ein jammernder Bubi, der Plot mit Todesstern Nummer 3 lauwarm aufgebrüht und es gab ein paar Plot-Ungereimtheiten (Wo kommt die erste Ordnung her? Warum ist sie so stark und die eigentliche Regierung der Galaxis so schwach? Wo zum Geier kommt Snoke her?), aber viele Teile der Formel haben gestimmt und es ist kein Problem, wenn der erste Teil einer Trilogie noch viel offen lässt.

Und dann kam Rian Johnson, von manchen mittlerweile liebevoll Ruin Johnson genannt, mit Episode 8 und macht sein komplett eigenes Ding.
Erzählstränge von Abrams lässt er komplett ins Leere laufen. Anstatt Snoke aufzubauen für ein großes Finale in Episode 9 wird er einfach abgesägt. Anstatt Luke irgendeine sinnvolle Rolle zu geben trägt er nichts zum Plot bei und wird umgebracht. Hux und Kylo kommen nicht richtig vorwärts und verlieren durch ihr kindisches Verhalten jede Autorität. Finn und Poe haben keinen sinnvollen Handlungsbogen, der sie entwickelt.

Und jetzt kommt Abrams und soll Episode 9 machen. Es ist unübersehbar wie der Film unentwegt damit beschäftigt ist Probleme zu kitten, die Episode 8 verursacht hat. Palpatine auszugraben ist billig ohne Ende, aber es musste eben schnell irgendein neuer Endgegner her. Klar ist es ein bisschen Banane wenn Leia jetzt plötzlich zur Jedi-Meisterin geboostet wird um Rey wenigstens ein bisschen auszubilden, aber irgendein Meister musste her, nachdem Rey in Episode 8 nicht ausgebildet wurde und der einzige logische Lehrer getötet wurde, sonst wäre das Mary Sue Problem noch größer als es eh schon ist.
Und dann versucht Episode 9 eben in der ersten Stunde in ner Art Turbo MacGuffin-Matrjoschka Rey, Finn und Poe von Mission zu Mission zu treiben um eine Charakterentwicklung zwischen den dreien zu erzeugen, die im vorherigen Teil einfach gefehlt hat.
Der einzige Charakter der über alle 3 Episoden überhaupt sowas wie eine Charakterentwicklung durchgemacht hat ist Kylo Ren.

Die ganze Handlung ist übereilt, der Großteil des Films eine an den Haaren herbeigezogene Schnitzeljagd.

Aber um zu den Punkten zu kommen, die ich Abrams wirklich übel nehme. Er hat es komplett aufgegeben, dass irgendetwas was er macht im Star Wars Universum Sinn macht. Seine Episode 7 hatte Probleme. Rey arbeitet in 2 Stunden einfach mal so durch, was normalerweise Jahre dauert und selbst den talentiertesten Jedi mit den besten Lehrern Monate kostet. Die ganze Existenz der ersten Ordnung unterstellt, dass die neue Republik der inkompetenteste Haufen im Universum ist seit Caligula sein Pferd zum Senator ernannt hat. Aber Episode 7 war nicht komplett hoffnungslos. Mit irgendwelchen schlauen Erklärungen und ein bisschen Plothole flicken wäre das gegangen. Wir erinnern uns auch der originale Todesstern hatte nen verdammten Lüftungsschacht xD
Episode 8 hat dann damit angefangen Löcher aufzureißen, die unflickbar waren. Leia fliegt chillig im Vakuum rum wie Superman, ein Schiff vollführt eine Hyperraumkollision, die den Großteil der Flotte der ersten Ordnung zerreißt, was direkt jede Weltraumschlacht die es in Star Wars jemals gab ad absurdum führt und Machtgeister wie Yoda (so gern ich den auch wiedergesehen habe) können direkt Einfluss auf die reale Welt nehmen.

Und jetzt kommt Episode 9, sagt sich wahrscheinlich "ach scheiß drauf jetzt is auch egal" und macht komplett was sie will.
Machtgeister können jetzt nicht nur Blitze einschlagen lassen, sondern auch Lichtschwerter fangen oder einfach wieder materialisieren und so von den Toten zurückkommen. Das ist nicht nur ein Problem für die Logik des ganzen Star Wars Universums, es schwächt auch die Dramaturgie nachhaltig. Von nun an wird nie wieder ein Tod die gleiche Bedeutung haben wie vorher, weil ja immer das Fenster für den nächsten Storywriter da ist einfach Leute wiederzubeleben.

So ähnlich ist das auch mit Rey und ihren neuen Superheilfähigkeiten. Heilung an sich ist kein ganz neues Konzept im Star Wars Universum, aber wenn Rey das einfach so nebenbei machen und tödliche Verletzungen im Handumdrehen heilen kann ist das ein Problem. Sofern sie keine noch krassere Mary Sue ist als eh schon hat sie diese Technik ja selbst nicht erfunden. Warum also ist Darth Vader überhaupt gestorben? Luke hätte doch einfach Schuuuing machen können und alles schick. Achwas, warum gibts Vader überhaupt, er ist nur zur dunklen Seite abgefallen, weil er die Fähigkeit wollte Padme vor dem Tod zu bewahren. Das impliziert, dass NIEMAND von den Zehntausenden Jedi im Orden das konnte, sonst hätte er ja einfach bei denen in die Lehre gehen müssen.

Damit macht der komplette Plot von 5 Star Wars Filmen keinen Sinn mehr, einfach nur weil man Rey eine neue Superkraft spendieren wollte.

Da tuts schon fast nicht mehr weh, dass die Ritter von Ren total gammelige Pappkameraden sind und auf diesem komischen Sith-Planeten offensichtlich tausende Sternzerstörer mit total dämlich overpowerten Todessterngeschützen und Millionen Mann Besatzung einfach so unter dem Eis parken und dort Überstunden abfeiern, bis ein seit 40 Jahren totes Gespenst aufkreuzt um sie für ne finale Schlacht rauszuholen.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#4

RE: Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 23.12.2019 10:33
von Yneha • 142 Beiträge

Ich werd was dazu sagen / deinen Beitrag lesen, wenn ich den Film gesehen hab am Mi^^

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#5

RE: Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 29.12.2019 13:59
von Rinam Sewie • 618 Beiträge

Ich sehe das 1:1 wie Aganto. Da gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen.
Mir für meinen Teil konnte immerhin noch mit ein paar Cameos ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert werden (Wedge Antilles war auch im Film, habt ihr ihn erkannt?)
Aber das konnte eben nicht wett machen, dass JJA eben mit einem riesen Bullsh***-Sandwich arbeiten musste, was Ruin Johnson ihm so serviert hat.

Der Film war so gut, wie er noch werden konnte. Ich versuche ja immer die Positiven Aspekte zu betrachten um eine Kritik nicht komplett pessimistisch zu gestalten.

Wenn ich Ep8 inzwischen eine 5/10 gegen würde, ist die 9 eine 7/10


"Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt"

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#6

RE: Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 29.12.2019 18:19
von Yneha • 142 Beiträge

Mittlerweile hab ich ihn auch gesehen und ich muss sagen: mir gefällt er, meinem Freund auch. Es wird auch beantwortet, warum Rey so stark in der Macht ist. Kylo Ren kommt generell nur mit seiner Maske rüber, als Sith würd ich den nicht mal ernst nehmen^^. Die Ritter von Ren kommen etwas zu kurz und das Hux der Maulwurf ist? D-O ist, wie BB-8, ziemlich niedlich, käme aber piepsender noch niedlicher rüber. Am Ende nimmt sich Rey den Namen Skywalker. Aber normalerweise dauert die Ausbildung zu einem, um das alles zu können, was ein durchschnittlicherer Jedi kann, viele Jahre.

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#7

RE: Der Aufstieg Skywalkers - Spoiler

in Gott und die Welt 06.01.2020 14:02
von Qui-Ran Demera • 55 Beiträge

Nun, ich fand ihn, gemessen an meiner folgenden Beobachtung des Ganzen, nicht übel und zeigt, dass J.J. Abrams ein hervorragender Filmemacher ist, wenn man ihn lässt...

Ich für meinen Teil war schon lange der festen Überzeugung, dass Rey entweder Lukes Tochter ist (und dazu eine Erklärung in EP 9 kommt) oder dass sie eine Palpatine ist. Die Idee gefällt mir gut, aber umgesetzt wurde sie nicht so intensiv, wie es möglich gewesen wäre, und das ist m.E. der bescheuerten Politik hinter den Kulissen von Disney geschuldet, nicht dem Regisseur von EP 9, der gerettet hat, was zu retten war.

Da sieht man einfach sehr deutlich, dass viel zu viele Leute in den Plot hineinschnabeln wollten. Wo damals nur George Lucas gesagt hat "und so wird es gemacht!" gab es zwar auch ab und an ein Logikloch und ein paar Unsinnsmomente (Midiclorianer und die Jungfrauengeburt), aber das ganze war ein deutlicher Erzählstrang, den keiner so heftig attackiert hätte wie die EP 7-9.

Dadurch, dass J.J. Abrams, Ryan Johnson und was weiß ich noch wer von Disney da ihre Gedanken durchsetzen wollten, sind die drei Episoden nicht so aus einem Guß wie die ersten sechs. Wenn man selbst Geschichten schreibt, fällt einem das eklatant ins Auge. Hätte J.J. Abrams zusammen mit George Lucas diese Trilogie als künstlerischer Kopf ungestört aufbauen dürfen, wäre auch Episode 9 erzählerisch noch dichter und klarer gewesen, von Episode 8 ganz zu schweigen, die eine ganz andere Richtung einschlug und durch 9 deutlich korrigiert wurde, teilweise mit offener Kritik in Lukes Text an Rey, als sie das Lichtschwert ins Feuer pfeffert...
Hier wurden einfach durch das Gezerre von vielen Parteien zu viele Kompromisse eingegangen.

Ep 9 hat absolut tolle Momente und man sieht daran deutlich, was Abrams hätte daraus machen können, wenn es sein Guß hätte sein dürfen, aber durch diese internen Querelen ist es ein glattes Wunder, dass dabei überhaupt eine halbwegs konsistente Geschichte heraus gekommen ist, die einen noch packen kann.
Stichwort Palpatine: Das ist durchaus plausibel; noch plausibler, wenn man in 9 nochmal auf Palpatines Meister Plagueis eingegangen wäre und dessen Lehre von der Unsterblichkeit... das wurde bereits in Episode 3 vorbereitet. Eine entsprechende, deutliche Referenz hätte hier her gemusst, dann wäre es noch glaubwürdiger gewesen. Das Konzept eines Sithlords, der noch nach seinem Tode wieder Probleme macht, war schon bei der Jedi Knight Reihe plausibel und gut - und im Expanded Universe. Das ist also nicht das Problem...

Das Problem waren die zu vielen Köche, die den Brei fast zerkocht hätten.


"So tief Du auch in Deinen Idealen und Deinem Glauben verwurzelt bist; lasse sie nie zu Grenzpfeilern Deines Verstandes werden!"
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