#1

Magie

in Gott und die Welt 08.07.2014 18:09
von Sirius (gelöscht)
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Hallo!

An dieser Stelle möchte ich das Thema Magie ein wenig beleuchten, da es doch paar Fragen gegeben hat. Wer möchte, kann hier Fragen stellen und ich versuche sie zu beantworten, so ich es denn kann.

IN LVX

Sirius

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#2

RE: Magie

in Gott und die Welt 08.07.2014 18:42
von Sirius (gelöscht)
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Fragen von Vrooktar:

Zitat
Wenn du magst kannst du ja auch einen eigenen Thread für diese Thematik eröffnen, aber was hat es mit der Magie auf sich?
Gibt es überhaupt eine klar umrissene Begrifflichkeit dafür?
Wie handhabt ihr das?



Vom hermetischen Standpunkt her ist Magie die Mutter aller Wissenschaften. Dem Magier geht es darum zu verstehen wie der gesamte Kosmos funktioniert. Dabei umfasst das Verständnis nicht nur reine Berechenbarkeit sondern auch intuitive Einsicht. Da in der Hermetik, wie eingangs beschrieben, alles miteinander durch Bewusstsein verbunden ist, ist logisch anzunehmen, daß auch jeder Teil der Realität alle anderen Teile beeinflussen kann. Weiter wird für den Hermetiker die Wirklichkeit durch das Gesamtbewusstsein des Alls erzeugt. Zu guter Letzt wird auch noch der selbstähnliche Aufbau der Welt ("Wie im Großen so im Kleinen") erkannt.

Aus diesen drei Prämissen ergibt sich der Ansatz der Hermetik zur magischen Arbeit. Wichtig ist, mein eigenes Bewusstsein zu erforschen, zu begreifen und es kontrollieren zu lernen. Magisch arbeiten tue ich dann durch die Veränderung des Bildes der Welt in meinem Kopf und den Köpfen der anderen Menschen. Durch Symbole und bestimmte symbolische Abläufe (Rituale) kann ich es mir leichter machen indem ich durch die gegenständlichen Handlungen mein Bewusstsein und hoffentlich damit auch ein Stück des Weltenbewusstseins in die richtige Richtung schiebe. Wenn ich Weihwasser anrühre, dann ändert sich dieses auch nicht plötzlich in eine überirdische Substanz, sondern das Wasser transportiert die Idee auf den benetzten Gegenstand und alle Zuschauer werden Augenzeuge der Reinigung. Dadurch wird der Gegenstand in ihrem Bewusstsein sauber und geweiht - und das bewirkt dann letztendlich etwas.

Und ganz klar muß ich auch zuvor etwas über mein Ziel gelernt haben damit ich den Weg des geringsten Widerstands wählen kann und nicht stur gegen die Wand renne und mich dann wundere warum nichts passiert. Den richtigen Auflagepunkt und ein geeignetes Brett gegeben, kann man schließlich die Welt aus den Angeln heben. Meiner Erfahrung nach kann man die größten Veränderungen dann herbeiführen, wenn der Zustand den ich ändern will noch am wenigsten festgelegt ist. Wenn der Strafzettel also schon am Auto hängt ist es ein wenig spät, lieber beim Abstellen zaubern, daß die Politesse weiter geht. Noch besser: Am Tag zuvor zaubern und dann mitten in der Rush-Hour einen tollen Parkplatz vorfinden. ;-)

Wie Magie genau funktioniert oder nicht funktioniert, dass können vielleicht die Götter sagen, aber ich leider nicht. Die Hermetiker sagen, es gibt drei Ebenen und ein Zauber werde zehnmal schwerer für jede Ebene die er überwindet. Die erste Ebene ist der bewusste Geist, die zweite die Seele und die dritte schlußendlich die physische Welt. Ich glaube, daß die Magie auch auf eben diesen drei Ebenen parallel wirkt und ich sie durch Handlungen auf all diesen untersützten kann. Wenn ich im Kung Fu einen Schlag ausführe kann ich diesen, so gelernt, mit Chi verstärken. Einen Schlag alleine nur mit Energie ohne Handbewegung zu führen ist deutlich aufwendiger. Entsprechend sollte man Rituale und Symbole nicht als Ballast sondern ganz im Gegenteil als wichtige Werkzeuge begreifen.

Überlegt es euch an diesem Beispiel selbst:
Gäbe es ein Treffen der Jedi, wie würdet ihr die Situation empfinden, wenn a) dort alle wild in Schlabber-T-Shirts rumsitzen und in Grüppchen am feixen sind oder b) wenn alle in Roben geordnet dort meditieren säßen, vielleicht noch mit einem Podest auf dem die Lehrer sitzen. Prinzipiell alles nur profane weltliche Stofffetzen, Möbel und menschliches Verhalten - aber ich glaube ihr werdet mir zustimmen, daß beides einen großen Unterschied im Geiste und auch in der Seele der meisten Menschen machen würde die durch die Türe kämen.

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#3

RE: Magie

in Gott und die Welt 11.07.2014 23:19
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Zitat
Gäbe es ein Treffen der Jedi, wie würdet ihr die Situation empfinden, wenn a) dort alle wild in Schlabber-T-Shirts rumsitzen und in Grüppchen am feixen sind oder b) wenn alle in Roben geordnet dort meditieren säßen, vielleicht noch mit einem Podest auf dem die Lehrer sitzen. Prinzipiell alles nur profane weltliche Stofffetzen, Möbel und menschliches Verhalten - aber ich glaube ihr werdet mir zustimmen, daß beides einen großen Unterschied im Geiste und auch in der Seele der meisten Menschen machen würde die durch die Türe kämen.



Klingt für mich vor allem wie ein autosuggestiver Unterschied.
Und auch andere Punkte die du anführst haben diese Tendenz:

Zitat
Dadurch wird der Gegenstand in ihrem Bewusstsein sauber und geweiht - und das bewirkt dann letztendlich etwas.



Ist dieses autosuggestive Prinzip eine Art Quintessenz oder vielleicht eine Grundvoraussetzung?


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#4

RE: Magie

in Gott und die Welt 11.07.2014 23:25
von Sirius (gelöscht)
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Unabhängig vom Spezialfall der Hermetik, sondern generell:

Nehme ich an, daß der Geist die Wirklichkeit in irgendeiner Form beeinflussen kann - wie klug ist es dann solche einfachen aber offensichtlich sozialpsychologisch sehr wirksamen Dinge beiseite zu wischen?

Die Leute sprechen immer davon, daß das ja "nur" ein suggestiver Effekt ist und postulieren selber gebetsmühlenartig "mind over matter". Man finde den Fehler ;-)

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#5

RE: Magie

in Gott und die Welt 12.07.2014 00:11
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Ich würde nicht sagen, dass der Geist automatisch an all das glauben muss, was er bewerkstelligen kann.
Es gibt beispielsweise Techniken die man anwenden kann um die Gedächtnisleistung zu erhöhen. Damit diese spürbar funktionieren braucht es im vornherein keine bestimmte Überzeugung.

Ich würde die Autosuggestion sicher nicht beiseite wischen, aber ich für meinen Teil versuche durchaus zu trennen in welchen Punkten sie essentiell, nützlich, bedeutungslos oder gar schädlich ist.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#6

RE: Magie

in Gott und die Welt 12.07.2014 00:39
von Sirius (gelöscht)
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Das Mindset hat immer eine spürbare Auswirkung und die kann man auch nicht negieren. Du kannst die Gedächtnisleistung noch so sehr mit irgendetwas steigern, wenn der Proband fest der Meinung ist, daß ist alles Dreck wird er automatisch dafür sorgen, daß dem so ist. Diese Abweichung ist in der Welt der Forschung hinlänglich bekannt und ist teilweise nicht wirklich verstanden - siehe Placebo- oder Noceboeffekt.
Entsprechend ist die "Autosuggestion" wenn man es so nennen will immer essentiell. Es gibt nämlich keine Handlung in unserem Leben wo sie nicht Einfluß drauf hätte. Es ist uns nur nicht bewusst.

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#7

RE: Magie

in Gott und die Welt 12.07.2014 10:01
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Nun gut ich sehe das anders, aber seis drum.
Ich hätte noch eine Frage.

Ich hatte mich mal ein wenig intensiver mit jemandem unterhalten können der sich, zumindest soweit ich das beurteilen kann, weitestgehend auf eine seriöse Art mit Magie befasst hat und dieser jemand meinte, dass die Magie und das was man damit machen kann von Natur aus sehr instabil und die Effekte unscheinbar sind und dass es deshalb so schwer zu fassen sei.
Was du schreibst klingt ganz anders.
Verstehe ich dich nur falsch oder ist eine Formulierung wie

Zitat
Den richtigen Auflagepunkt und ein geeignetes Brett gegeben, kann man schließlich die Welt aus den Angeln heben.



in der Tat so gemeint, dass die potenzielle Wirkung recht groß sein kann?


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

zuletzt bearbeitet 12.07.2014 10:01 | nach oben springen

#8

RE: Magie

in Gott und die Welt 14.08.2014 00:23
von Sirius (gelöscht)
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Ja, die Effekte können sehr groß sein. Allerdings darf man das sich nun nicht als Feuerball-schleudernde Fantasy-Spiel-Magie vorstellen. Das gestaltet sich eher so, daß man z.B. jemanden aus einer beruflichen Notlage hilft und plötzlich die verrücktesten "Zufälle" eintreten bis derjenige plötzlich genau in dem Job ist, in welchem er sein sollte wobei es vorher als absolut unmöglich schien.

Es gibt eben kein blaues Leuchten, keine Funkenexplosion und keinen Theaterdonner wenn ein Zauber wirkt. Es gibt teilweise an Absurdität grenzende Verkettungen von an sich natürlich zu erklärenden Ereignissen, die ein Ergebnis herbeiführen. Da also nach einer magischen Kraft F forschen zu wollen, wird niemals etwas zu Tage fördern. Ich erlebe es eher so, als ob die Magie der Wirklichkeit "einen Schubs" gibt, damit sich die Dinge eher in die Richtung entwickeln die ich gefordert habe.

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#9

RE: Magie

in Gott und die Welt 14.08.2014 09:24
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Zitat
Es gibt eben kein blaues Leuchten, keine Funkenexplosion und keinen Theaterdonner wenn ein Zauber wirkt.



Der ein oder andere wird jetzt enttäuscht sein ^^

Stört es dich nicht, dass du die Kausalkette zwischen der Magie und diesen Zufällen nicht schließen kannst?


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#10

RE: Magie

in Gott und die Welt 15.08.2014 09:39
von Sirius (gelöscht)
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Was bleibt mir über? Wir alle leben in einer erstaunlichen Unsicherheit, nur ist es uns nicht bewusst. Gut ein Drittel aller wissenschaftlichen Arbeiten enthalten Mogellei, bei der medizinischen und psychologischen Forschung geht man gar von um die 50% aus. Das nehmen die Menschen aber ohne zu klagen hin, nur wenn es um die Magie geht, da werden sie alle plötzlich ganz besonders genau. Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf.

Es lesen auch immernoch Leute die Bücher von Stephen Hawking, nehmen sie für bare Münze und hofieren den Herren wobei er schon mehrfach der Täuschung überführt wurde. Ähnlich verhält es sich mit dem Herrn Dawkins der inzwischen als fanatischer Atheist jeden Boden der guten wissenschaftlichen Praxis und der fundierten Erkenntnistheorie hinter sich gelassen hat um unbeschwert von solchen Lächerlichkeiten mit seiner Authorität als Wissenschaftler einen Kreuzzug gegen jede Art von Glauben zu führen.

Schlußendlich frage man sich, warum es für viele ein Unding ist, daß die Magie keine direkte Kausalität aufweist, wenn andererseits klaglos jede noch so hanebüchene Behautung geglaubt wird sobald der Mensch nur irgend einen gesellschaftlichen oder akademischen Rang hat. Wir Menschen dürsten halt nach einer Authorität die uns sagt, daß richtig ist was wir glauben. Das ist uns viel wichtiger als ob es reell stimmt oder nicht. Wir verkraften das tragen von Verantwortung für unser eigenes Denken und Glauben ganz schlecht.

Ja, ich würde die Magie gerne schlußendlich beweisen. Endgültig, um jeden Zweifel ein für allemal im Keim zu ersticken. Aber ich fürchte, daß wird mir nicht vergönnt sein. Genauso wie ich auch meinen Lehrer vertrauen muß, daß die vielen physikalischen Formeln die ich gelernt habe kein ausgemachter Stuß sind.

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#11

RE: Magie

in Gott und die Welt 16.08.2014 11:08
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Wenn wir schon vom gewöhnlichen Menschen sprechen, dann halte ich deine Rede für einseitig.

Zitat
Schlußendlich frage man sich, warum es für viele ein Unding ist, daß die Magie keine direkte Kausalität aufweist, wenn andererseits klaglos jede noch so hanebüchene Behautung geglaubt wird sobald der Mensch nur irgend einen gesellschaftlichen oder akademischen Rang hat. Wir Menschen dürsten halt nach einer Authorität die uns sagt, daß richtig ist was wir glauben. Das ist uns viel wichtiger als ob es reell stimmt oder nicht. Wir verkraften das tragen von Verantwortung für unser eigenes Denken und Glauben ganz schlecht.



Wir reden hier von den gleichen Menschen die einfach so die Geschichten vom Slenderman glauben, der festen Überzeugung sind dass Geister auf Friedhöfen ihr Unwesen treiben, wenn sie nur einmal zufällig auf einem eine Berührung gespürt zu haben meinen und die allgemein sehr empfänglich dafür sind an das "Übernatürliche" zu glauben, wenn man ihnen auch nur den kleinsten Ansatz dafür liefert.

Ich zähle uns beide zu keinem dieser beiden Extreme (Die zugegebenermaßen auch öfter mal in ein und derselben Person vorkommen).

Zitat
Genauso wie ich auch meinen Lehrer vertrauen muß, daß die vielen physikalischen Formeln die ich gelernt habe kein ausgemachter Stuß sind.



Ich weiß ja nicht mit welchen Formeln du Kontakt hast aber bei den Formeln mit denen ich arbeite (Die zugegebenermaßen meist schon etwas älter sind) kann man in aller Regel durchaus Kontrollen durchführen und ist nicht gezwungen einfach zu hoffen dass es stimmt.
Davon ab kann ich beispielsweise beim Gravitationsgesetz nach Newton das Zustandekommen der gesamten Formel auch logisch nachvollziehen, sodass ich von dem Punkt aus nur noch drauf vertrauen müsste, dass die Gravitationskonstante richtig gemessen wurde.

Davon ab können wir mit der Physik ne Menge anstellen was du ja selbst weißt.
Ich vermute ganz so plakativ wie du es ausgedrückt hast meinst du es nicht, aber es ist ja nun nicht wirklich so als würden die Erkenntnisse von hunderten Jahren Physik grundlegend in Frage stehen.

Um zur Magie zurückzukommen.
Wenn die Magie wie du früher angedeutet hast als Ergebnis nur eine signifikante Häufung innerhalb einer stochastischen Verteilung ist, wie will man das jemals beweisen?
Mit Zufallsexperimenten?
Davon ab muss ich da unwillkürlich direkt wieder an das "Global Consciousness Project" denken ^^


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#12

RE: Magie

in Gott und die Welt 15.03.2015 22:08
von Ladho (gelöscht)
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Ich greife mal das Thema der Interesse halber wieder auf. Schade, dass hier nicht weiter diskutiert wurde.

Zitat
dass die Magie und das was man damit machen kann von Natur aus sehr instabil und die Effekte unscheinbar sind und dass es deshalb so schwer zu fassen sei.



Genau so habe ich die Magie ebenfalls kennengelernt. Alles andere ist meiner Meinung nach wirklich Autosuggestion. Man kann keine Berge damit versetzen und gerade da die Magie an sich einfach ein Strom ist, den man sich durch magische Praktiken oder durch den Willen zunutze macht, um etwas ändern zu können, fangen viele der "Magier", Hexen oder wie sie sich nennen an, sich anzumaßen, sie hätten dem Freund oder der Freundin einen Job durch viele glückliche Umstände beschafft - um einen alten Beitrag wieder aufzugreifen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dem nicht so ist. Magie ist auch nicht wie beschrieben eine - ich zitiere:

Zitat
die Mutter aller Wissenschaften. Dem Magier geht es darum zu verstehen wie der gesamte Kosmos funktioniert. Dabei umfasst das Verständnis nicht nur reine Berechenbarkeit sondern auch intuitive Einsicht. Da in der Hermetik, wie eingangs beschrieben, alles miteinander durch Bewusstsein verbunden ist, ist logisch anzunehmen, daß auch jeder Teil der Realität alle anderen Teile beeinflussen kann. Weiter wird für den Hermetiker die Wirklichkeit durch das Gesamtbewusstsein des Alls erzeugt. Zu guter Letzt wird auch noch der selbstähnliche Aufbau der Welt ("Wie im Großen so im Kleinen") erkannt.



Magie hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Viele versuchen, die Magie wissenschaftlich mit Atomen und durch verschiedene Realitätswahrnehmungen zu erklären. Für mich klingt das ganz nach der Idee der Wachowskis...

Ich habe nie verstanden, warum es allen so wichtig ist, Magie als Wissenschaft darstellen zu wollen. Warum man nicht einfach mit ihr leben kann. Für mich ist Magie ähnlich dem Chi, also dem, was in uns, um uns und in anderen - Lebenden wie Toten - fließt. Sie zu nutzen bedeutet einfach nur, sich seinem Selbst und der Situation bewusst zu werden. Man kann bitten, dass sich etwas ändert - aber man kann es nicht aktiv durch die Magie verändern. Aber die Magie schärft die Instinkte, macht einen sensitiver für etwas, das man nicht fassen kann.
Von dem Magiebegriff, den so viele verwenden, bin ich dabei abgekommen. Ich glaube nicht mehr, dass man die Umwelt durch magische Rituale ändern kann - und selbst wenn es so wäre, würde ich es nicht mehr wollen. Denn man verlernt dadurch, Situationen hinzunehmen, man wird schnell überheblich, oder vergisst, dass man ein Teil von allem ist. Zumindest ist das mein gewonnener Eindruck und ich bin der Magie 10 Jahre auf dem allgemeinen Weg gefolgt, bis ich endlich begriffen habe, was sie für mich selbst bedeutet.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Mich würde jetzt interessieren, ob mein Verständnis von Magie ähnlich dem Verständnis der Jedi von der Macht ist, oder ob ich einen falschen Eindruck habe?

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#13

RE: Magie

in Gott und die Welt 18.03.2015 09:13
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Das eine Verständnis von der Macht gibt es nicht.
Letztlich entwickelt jeder sein eigenes Verständnis. Manch einer sieht das so wie du, andere betrachten die Macht als moralische Größe.
Für mich ist es einfach ein Oberbegriff für Effekte, die wir mit unserem westlichen Weltverständnis so nicht in Einklang bringen können.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#14

RE: Magie

in Gott und die Welt 18.03.2015 10:19
von Leito • 497 Beiträge

Wie Vrooktar schon sagt in der ganzen Jediismus-Scene (??? was ein Wort) gibt es keinen Orden der eine starre Definition hat. Jedes Ordensmitglied kommt im Laufe seiner Ausbildung zu einem sehr eigenen Verständnis dieser Begrifflichkeit. Es gibt Leute die glauben das man in der Lage ist mit der Macht Dinge zu bewegen, im telekinetischen Sinn und wieder andere halten sie eher für eine Art philosophische Konstante die der Mensch sich selbst schäfft.

Der Vorteil der Jediisten ist dahingehend das, zumindest bis jetzt, jede Definition der MAcht einfach aktzeptiert wird.


Nimm an, was Nützlich ist.
Lass weg, was unnütz ist.
Und füge das hinzu,
was dein eigenes ist.

Bruce Lee

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#15

RE: Magie

in Gott und die Welt 19.03.2015 10:20
von Ladho (gelöscht)
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Dann seit Ihr die erste Gruppe (auch nicht grade meine beste Benennung), die ich treffe, die keine feste Definition für etwas - sagen wir - schwer greifbares gibt. Es gefällt mir, auch das ist ein Punkt, der mich von anderen Gruppen abgeschreckt hat.

an Vrootkar:

Zitat
Für mich ist es einfach ein Oberbegriff für Effekte, die wir mit unserem westlichen Weltverständnis so nicht in Einklang bringen können.



Was diese "Effekte" sind, kann ich mir denken. Aber ich bitte Dich, den zweiten Satzteil weiter auszuführen. Was meinst Du mit "mit westlichem Weltverständnis nicht in Einklang bringen können"?

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#16

RE: Magie

in Gott und die Welt 19.03.2015 12:27
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Das hat eng mit all dem zu tun was man, an anderer Stelle hatten wir das schonmal erwähnt, mit Meditations- und vergleichbaren Techniken erreichen kann. Seien das nun absichtslose geistige Klarheit im Kampf (Mushin), die bewusste Achtsamkeit im Alltag (Joriki) oder das willkürliche innere Aufheizen bei Kälte (Tummo).

All das sind Dinge von denen das "westliche Verständnis" zwar die Effekte beobachten kann, vom Verstehen aber Lichtjahre entfernt ist.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#17

RE: Magie

in Gott und die Welt 19.03.2015 13:30
von Ladho (gelöscht)
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Aber es gibt auch in Japan im Alltagsleben wenige, die das anwenden - genauso wie es doch einige westliche Personen gibt, von denen ich behaupte, sie verstehen die Effekte durchaus. Das ist meine Erfahrung. Die Begriffe sind nicht die selben, doch viele wissen, wie sie den Energiestrom anwenden können. Sei es das Kräftesammeln der Gesellen durch An-den-Baum-lehnen, oder das Stärken der Selbstheilung im eigenen Körper durch Konzentration. Ich weiß nicht, ob Du das ebenfalls mit Effekten meinst, für mich würde es dazugehören.

Was ich damit fragen will ist, was oder wen du mit "westlichem Verständnis" denn meinst? Dass der Otto-Normal-Verbraucher und die meisten Teile der Wissenschaft auf ihre eigenen abstrakten Weisen versuchen, die Effekte zu beleuchten ohne auch nur im geringsten etwas davon zu verstehen, ist klar.

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#18

RE: Magie

in Gott und die Welt 19.03.2015 16:02
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Mit dem "westlichen Verständnis" meine ich nicht irgendein subjektives Verständnis von irgendwem, sondern das westliche System des Verständnisgewinns, das der Naturwissenschaft zugrunde liegt.
Und wenn wir diesen Maßstab zugrunde legen gibt es bislang kein Verständnis dieser Prozesse.
Auch wenn das viele Menschen natürlich nicht dran hindert es mit dem Chi, Ki oder Prana als hinreichend erklärt zu sehen.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#19

RE: Magie

in Gott und die Welt 19.03.2015 16:48
von Ladho (gelöscht)
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Dann stimme ich mit Dir darüber ein.

Doch die Asiaten hatten lange keine mit dem Westen vergleichbare Wissenschaft, dh. Belege und Nachweise waren lange nicht so vertreten, wie es im Westen ist. Dort zählte, wer man war und demnach dann auch das Wort, wie bei uns bis ins 19. Jahrhundert auch. Asien fing erst Mitte des 20. Jhds damit an, Beweise für ihre Forschungsfelder zu liefern.

Eine Einschränkung bei Asien: Ich meine damit Japan, China, Indien und Korea. Thailand und Vietnam nicht, da kenne ich mich noch nicht gut genug aus.

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#20

RE: Magie

in Gott und die Welt 19.03.2015 19:02
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Naja, der Westen hat diese Methoden ja auch erst vor nicht allzu langer Zeit entwickelt.
Und auch hier war es ja ein regelrechter jahrhundertelanger Kampf die Grundlagen herauszuarbeiten und schlussendlich auch tatsächlich danach zu arbeiten.
Aber man kann schon sagen, dass das eigentliche Streben nach der Erkenntnis im modernen Sinne in Europa eine beachtliche Tradition hat.
Auch wenn die Griechen in ihren Mitteln ihre Modelle zu überprüfen leider sehr eingeschränkt waren.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#21

RE: Magie

in Gott und die Welt 24.05.2015 21:28
von ASARUS (gelöscht)
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Man versucht Magie als Wissenschaft darzustellen, da die Ziele der Wissenschaft mit der Magie identisch sind.

1. Die Zukunft vorherzusagen
2. Methoden zu finden, das Umfeld "günstig" zu beeinflussen

Ich habe keine Kenntnisse über Hermetik, hörte jedoch nur von den 7 hermetischen Prinzipien die als Grundlage zur Modelbildung des Kosmos meines Verständnisse nach nicht wegzudenken sind.

Wenn Magie und Wissenschaft das selbe Ziel haben, kann es dann auch sein, dass beiden den selben Gesetzen der Schöpfung unterworfen sind ?

Ich denke ja, und dennoch gibt es einen Unterschied ... Magie spielt sich im Unbewussten des Menschen ab.

Wenn also ein sogenannter Magier etwas positives an einer anderen Person heraufbeschwören möchte, dann spielt sich meines Verständnisses folgendes ab:
Der erfahrene Magier, der die Magie als Mittel gebraucht worin er seine gesamte Überzeugung und Glaubenskraft hineinbringt, klopft bei der Person an. Wenn das Unbewusste der Person die Überzeugung besitzt, dass der Magier ihn beeinflussen kann, dann ist das eigene Unbewusste in der Lage die Energie bereitzustellen um sich selbst zu beeinflussen xD ... das klingt strange, da die Person doch nicht weiß, dass ein Magier an ihn denkt, aber das Unbewusste ist sich darüber merkwürdigerweise im klaren.

Im Endeffekt ist Magie eine unbewusste Selbstbeeinflussung und der Magier hat nur angeklopft xD

Ich hoffe es hilft eurer Vorstellung weiter und natürlich kann man das ganze nochmal mit Geometrie perfektionieren wie eine Wissenschaft

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#22

RE: Magie

in Gott und die Welt 24.05.2015 22:14
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Klingt für mich einfach wie eine psychologische Technik.
Wüsste nicht warum ich dafür ein eigenes Wort wie "Magie" brauchen würde.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#23

RE: Magie

in Gott und die Welt 24.05.2015 22:58
von ASARUS (gelöscht)
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Zitat von Vrooktar im Beitrag #22
Klingt für mich einfach wie eine psychologische Technik.
Wüsste nicht warum ich dafür ein eigenes Wort wie "Magie" brauchen würde.


Haha, stimmt ... wohlmöglich weil man die Wirkung nicht erklären konnte. Die Furcht und Ehrfurcht prägte sich besonders im Mittelalter aus.

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#24

RE: Magie

in Gott und die Welt 25.05.2015 11:59
von Vrooktar • 1.457 Beiträge

Kann schon sein.
Verstehe nur manchmal nicht warum Leute hier und heute unbedingt etwas suchen müssen, das sie mit "Magie" etikettieren können.
Ich meine der Weg sollte doch eigentlich umgekehrt gehen.
Ich habe ein Phänomen und wenn es noch keinen guten hat gebe ich ihm einen Namen.
Bei der Magie scheints mir öfter so, dass Leute auf Teufel komm raus ein Phänomen suchen, dass den Namen Magie bekommen soll ^^


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#25

RE: Magie

in Gott und die Welt 25.05.2015 12:36
von ASARUS (gelöscht)
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Das ist die Sehnsucht danach, an was höheres zu glauben und zugleich dafür Phänomene für eine Gemeinschaft darzulegen um sich selbst und seine Überzeugungen anzuerkennen.

Mind-Trick :)

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