#1

Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 11.11.2017 18:19
von Vyan • 85 Beiträge

Wenn man folgendem folgt: https://www.hna.de/welt/stephen-hawking-...zr-9243398.html, sei sie es schon laut Stephen Hawking. Einzigster Ausweg: Ein neuer Planet. Das Sternsystem Alpha Centauri ist 4,37 Lichtjahre von uns entfernt, doch mit der momentanen Raumschifftechnik unmöglich, da hinzukommen. Eine dafür geschaffene Technologie müsste dafür, und da käme man auch wieder zum bekannten Thema: Kyronik. Wenn so ein Flug auch mehrere Jahre dauert, seien es jetzt 50 oder 100 Jahre, wäre es gut, wenn Menschen, die zu solchem Sternensystem hinfliegen, in einen Kälteschlaf gesetzt würden und zwar lebend. Was sagt ihr zu diesem Thema (Erde in ferner Zukunft ein Feuerball)?

zuletzt bearbeitet 11.11.2017 18:20 | nach oben springen

#2

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 11.11.2017 18:51
von Vrooktar • 1.596 Beiträge

Zu allererst einmal muss man den hypothetischen Charakter einer solchen Schätzung hervorheben. Fakt ist, dass das was Hawking befürchtet denkbar und nicht abwegig ist. Problem für die Vorhersagbarkeit ist die schiere Menge der potenziellen Einflussfaktoren.
Das ist ein bisschen wie wenn dich ein Statistiker ne Tomatensuppe essen sieht und dann ausrechnet wie viel Tomatensuppe du noch bis zu deinem Renteneintritt isst, wenn du ab jetzt jeden Tag eine isst. Wenn dir die Tomatensuppe nicht geschmeckt hat und du dir vornimmst nie wieder eine zu essen kannst du dir mit der Statistik besagten Statistikers nur noch den Hintern abwischen um sie irgendeinem produktiven Zweck zuzuführen.
Wir wissen nicht welche Technologien wir in den nächsten 600 Jahren entwickeln, geschweige denn wie flächendeckend wir sie einsetzen. Wir können auch die kulturelle und politische Entwicklung unserer Gesellschaften nicht im geringsten vorhersehen.
Kann sein, dass wir es durch ein paar Gesetze und 2 gängige Schlüsseltechnologien komplett unmöglich machen, dass uns die Situation so entgleitet.
Es kann sogar sein, das dafür weniger nötig ist als wir denken, denn die Folgen sind in beide Richtungen schwer abzuschätzen.

So wie ich das sehe will Hawking auch gar nicht behaupten, dass das so geschehen wird. Vielmehr will er mit seiner Popularität Leute wachrütteln, damit es mitsamt der möglichen Lösungen ernst genommen wird. Wenn er mit seinem Pessimismus richtig liegt und die meisten Gesellschaften tatsächlich die entstehenden Probleme einfach ignorieren können und werden hat Hawking recht damit, dass der Exodus vom Planeten die Karte ist, die man trotzdem ziehen kann, weil man dafür nicht die Rückendeckung der Mehrheit der Gesellschaften braucht.
Schon jetzt könnte man ein Mehrgenerationenschiff nach Alpha Centauri bauen. Es wäre ein absolutes Mammutprojekt für das wir alle Industrienationen bräuchten und würde Jahrzehnte dauern, aber die Technologien dafür sind uns bekannt. Im Verlauf der Zeit wird es immer einfacher und billiger werden so ein Mammutprojekt zu verwirklichen, weil unsere Industrie und die Raumfahrt ununterbrochen effizienter werden. Auch in 100 Jahren ist so ein Schiff noch ein echtes Superprojekt, aber da sind wir vielleicht schon an dem Punkt an dem einzelne Konzerne finanzstark genug wären um das zu finanzieren. In 500 Jahren kann man solche Projekte wahrscheinlich mit crowdfunding bauen.

Bei allem hin und her bin ich aber optimistischer als Hawking.
Spätestens wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen kriegen wir das hin.
Das war früher so, das wird denke ich auch in Zukunft so sein.
Wir Menschen lösen Probleme nunmal oft erst dann wenn sie uns an die Gurgel gehen.


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

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#3

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 24.11.2017 14:03
von Qui-Ran Demera • 34 Beiträge

Eines dürft ihr dabei nicht außer Acht lassen; schon während wir sprechen sind findige Wissenschaftler dabei, neues in Sachen Raumfahrt auszutüfteln. Der Fortschritt bleibt auch hier nicht stehen, und wer weiß, vielleicht "stolpern" wir schon bald über eine Lösung, bei der man im Nachhinein nur noch "meine Güte, das ist ja einfacher als gedacht" denkt.

Auch 600 Jahre sind menschlich gesehen noch ne Menge Holz/Zeit, insbesondere, wenn man sich ansieht, was sich da in den letzten 20(!) Jahren an technischem Fortschritt getan hat. Da sind so manche im Kopf noch nicht mal im 21. Jahrhundert angekommen (Stichwort Rassismus und Homophobie etc.) und man kann nun schon per Knopfdruck mit der ganzen Welt kommunizieren.

Das heißt: Es steht vieles offen. Unter den jetzigen aktuellen Vorzeichen stimmt es; da kommen wir von hier net weg. DAS kann aber bereits in 30-70 Jahren völlig anders sein. Und das ist sehr spannend!


"So tief Du auch in Deinen Idealen und Deinem Glauben verwurzelt bist; lasse sie nie zu Grenzpfeilern Deines Verstandes werden!"

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#4

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 24.11.2017 16:32
von Vrooktar • 1.596 Beiträge

Was genau schwebt dir denn vor, was findige Wissenschaftler austüfteln?
Mein letzter Stand war, dass beim Thema Raumfahrt in den letzten 50 Jahren nichts wirklich neues ausgetüftelt wurde.

Sicherlich haben sich in vielerlei Hinsicht massive Fortschritte ergeben, aber da sprechen wir eher von Effizienz- und Effektivitätssteigerungen.
Fundamental neu war daran nicht wirklich was.


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#5

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 24.11.2017 19:02
von Vyan • 85 Beiträge

Die haben nen neuen Planeten entdeckt, allerdings ist der 11 Lichtjahre von hier entfernt. Viel weiter, also Proxima Centauri b. Seine Sonne soll inaktiv sein.

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#6

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 24.11.2017 19:05
von Vrooktar • 1.596 Beiträge

Man findet jeden Tag neue Planeten ^^
Uns sind mittlerweile an die 4000 bekannt.


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#7

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 24.11.2017 21:32
von Vyan • 85 Beiträge

Das ja, aber nicht alle davon sind so ähnlich wie die Erde. Planeten, die recht ähnlich sind, nehmen die Forscher genauer unter die Lupe. Es gibt ja bestimmte Kriterien, die Planeten erfüllen müssen, damit darauf Leben existieren kann.

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#8

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 24.11.2017 21:37
von Vrooktar • 1.596 Beiträge

Sicherlich.
Nachrichten von "zweiten Erden" kommen ja mittlerweile auch jede Woche rein.


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#9

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 26.11.2017 23:13
von Vyan • 85 Beiträge

Es wäre gut, wenn sie sich auf zb. den 4,37 und 11 Lichtjahre entfernten Planeten konzentrieren und diese genauer untersuchen würden. Aber soweit ist die Technologie noch nicht, um dort jetzt direkt etwas zu sehen. In 2024 glaub ich soll ein neues Weltraumteleskop ins All geschossen werden, womit sie würden mehr sehen können.

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#10

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 27.11.2017 00:05
von Vrooktar • 1.596 Beiträge

So funktioniert das mit der Beobachtung nicht.
Planeten zu beobachten erfordert Zeit und eine günstige Lage des Systems.
Wie nah man ihnen ist spielt da eine eher untergeordnete Rolle.

Je nachdem wie ein System aufgebaut ist kann es viel leichter sein einen Planeten 1000 Lichtjahre entfernt zu beobachten als einen direkt vor unserer Haustür.
Innerhalb eines Systems wird man auch oft zu allererst die Planeten entdecken die wenig erdähnlich sind.
Das liegt daran, dass deren Nachweis in allerhand Fällen einfach schneller geht und sie auffälliger sind.
Wir haben also jede Menge erdähnliche Planeten in der Pipeline, sicher auch welche in unserer unmittelbaren Nähe. Aber ihr Nachweis dauert womöglich einfach noch ein bisschen, weil noch mehr Daten gesammelt werden müssen, damit sie als nachgewiesen gelten können.

Nehmen wir als Beispiel um das zu verdeutlichen nur einmal einen Planeten wie die Erde.
Das verbreitetste Messverfahren erkennt Planeten dadurch, dass sie einen Schatten verursachen, wenn sie vor ihrer Sonne hinwegziehen.
Würde man die Erde so nachweisen wollen müsste man, wenn man Pech hat fast zwei Jahre warten bis man einen solchen Schatten beobachtet.
Für einen Nachweis muss man logischerweise mehrere solcher Transite beobachten.
Das heißt vollkommen egal wie toll das Teleskop ist das man benutzt, der Nachweis würde schlicht, weil das beobachtete Ereignis selten auftritt mindestens 3 Jahre dauern, eher mehr.
Die vollen 3 Jahre nur ein System anzustarren ist dabei natürlich quatsch.
Deshalb beobachten wir so viele Systeme gleichzeitig wie wir eben können.


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zuletzt bearbeitet 27.11.2017 00:05 | nach oben springen

#11

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 28.11.2017 00:04
von Vyan • 85 Beiträge

Ich weiß nicht wie die das machen. Es ging mir eher darum, wenn die Menschheit wirklich mal von der Erde weg will. Da wären diese beiden Planeten in ihren Systemen am nächsten.

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#12

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 28.11.2017 09:14
von Ryia • 84 Beiträge

Aber nach dem, was Vrooktar schreibt, könnte es auch noch nähere geben, von denen man noch nichts genaueres weiß.


“The way I see it, every life is a pile of good things and bad things. The good things don’t always soften the bad things, but vice versa, the bad things don’t always spoil the good things and make them unimportant.” ~The 11th Doctor
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#13

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 28.11.2017 11:08
von Vrooktar • 1.596 Beiträge

Unter anderem.
Auch muss man sich die Frage stellen ob Nähe überhaupt eine Rolle spielt.
Vom rein naturwissenschaftlichen Standpunkt macht es den Anschein, dass wir mit einem fortschrittlichen Raumschiff über lange Strecken mit 10% der Lichtgeschwindigkeit fliegen können. Hat man eine Strecke einmal abgesteckt kann man auch so eine Art "Weltraumautobahn" bauen, die einen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit durchs All treibt, aber wenn man zum ersten mal an einen Ort will fällt das relativ flach.
Wenn es nicht darum geht empfindliche Fracht wie Menschen zu transportieren kann man auch anders an die Sache rangehen, aber wir sprechen hier immerhin von Schiffen die Kolonisationsbestrebungen mitbringen. So ein Schiff ist nach jedem heutigen Maßstab eine schiere Monstrosität.

Wenn ich da mal das Beispiel eines Kolonieschiffs heranziehe, das Isaac Arthur vorgestellt hat sprechen wir von folgendem Szenario:

Name: Unity
Zielsystem: Tau Ceti, 11,9 Lichtjahre entfernt
Flugdauer: 120 Jahre
Besatzung: 200.000 Menschen
Länge: 2km
Breite: 500m
Höhe: 500m
Höchstgeschwindigkeit: 10% Lichtgeschwindigkeit
Antrieb: Kernfusion

Um zu begreifen wie groß dieses Schiff ist müsste man sich vorstellen das unten abgebildete "New Century Global Center" in China, eines der größten Gebäude der Welt, 20 mal übereinander zu stapeln. Wobei man dieses Schiff natürlich im Weltraum bauen müsste.




Das "Problem" das sich stellt ist folgendes: Wenn wir dazu in der Lage sind so ein Monstrum zu bauen in dem 200.000 Menschen 120 Jahre leben können, und das ist beim besten Willen nicht besonders optimistisch kalkuliert, was hindert uns dann daran doppelt so viele Menschen doppelt so lange zu versorgen?
Die Antwort ist einfach: Gar nichts!
An dem Tag an dem wir das erste Kolonieschiff losschicken schwirren schon unzählige bewohnte Raumstationen im Sonnensystem herum. Das ist nämlich viel einfacher.

Wer des englischen mächtig ist hier das original:


Lerne das unbeherrschbare zu vermeiden und das unvermeidbare zu beherrschen.

zuletzt bearbeitet 28.11.2017 11:11 | nach oben springen

#14

RE: Erde in 600 Jahren nur noch ein riesiger Feuerball?

in Gott und die Welt 28.11.2017 14:11
von Vyan • 85 Beiträge

Das sind die beiden bekannten. So ein Kolonieschiff erinnert mich an den Film Passengers, wo 5000 Passagiere 120 Jahre lang im Kälteschlaf liegen, weil das Schiff Avalon 120 Jahre braucht, um zu einem neuen Planeten zu kommen. Im Film geht's darum, dass ein paar Passagiere zu früh erwachen.

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